So sind wir an der Unico gestartet

November 29, 2019

 

Ein Bericht einer Mutter

 

Seit Unser Sohn auf der Welt ist, machen wir uns Gedanken über den Kindergarten und die Schule. Da ich selbst als Kinesiologin arbeite und somit immer auf dem «alternativen» Weg war, war für uns auch recht schnell klar, dass die Schule so wie sie heute ist, für uns nicht mehr stimmig ist. Seit langem sind wir deshalb am diskutieren, philosophieren und ständig stellen wir uns die Frage: Was ist Schule? Wie sollte Schule heute sein? Was sehen wir als Schule?

 

Bis das Kind 4 oder 5 Jahre alt ist haben wir volles Vertrauen, dass es alles von alleine lernt und dann soll sich das plötzlich ändern? Wieso? Wir fragen uns manchmal wo dieses Vertrauen verloren gegangen ist. Der Gedanke an Homeschooling kam dann relativ rasch. Ich habe mich mit dem Thema auseinandergesetzt. Aber ich bin ganz ehrlich, ich möchte nicht alleine für alles verantwortlich sein. Ich weiss nicht ob ich es schaffen würde 24 Stunden, 7 Tage für alle Kinder da zu sein und allem gerecht zu werden. Arbeiten möchte ich auch, da ich meinen Beruf liebe. In den Sitzungen für Kiensiologie und den Familienberatungen kann ich Energie tanken und ich habe einfach genau das gefunden was ich liebe und möchte das nicht aufgeben. Somit stellte sich dann halt bald die Frage was für Alternativen zum Homeschooling haben wir denn sonst noch.

 

Vor etwa 2 Jahren habe ich eine Dokumentation gesehen über freie Schulen. Ich war so begeistert davon und dann wieder so enttäuscht, weil es in Bern nichts Vergleichbares gab. Dann kam unsere Erlösung als wir von der Unico-Schule gehört haben. Schon beim ersten herumstöbern auf der Internetseite, hatten wir ein richtig tolles Gefühl. Endlich hatten wir das gefunden wonach wir gesucht hatten. Nach dem gelungenen und informativen Schnupper Nachmittag, gingen wir nach Hause und wussten genau, dass es nur diese Schule sein kann. Es hat einfach klick gemacht. Ein freies Lernen innerhalb des Lehrplan 21. Nicht müssen, sondern dürfen. Kreativ sein. Sich sein dürfen. Frei sein.

 

Es hat sich herausgestellt, dass es noch besser passt als gedacht. Da die Kinder ja ganztags an der Unico sind, kann ich arbeiten. Wir sind vom Konzept und von der Grundidee der Unico begeistert. Kinder die frei lernen können, in ihrem Tempo, keine fixen 45-Minuten-Lektionen und wir, die arbeiten können und das Lernen teilen mit den Lernbegleiter. Das Lernen hört ja nicht auf, wenn sie von der Schule kommen. Kinder lernen ja jeden Tag, jede Minute so viel. Im Spiel, beim Mithelfen, bei allem was sie tun. So haben die Kinder eine Abwechslung und lernen nicht nur von uns, was ich nämlich sehr schade fände und vor allem haben sie andere Kinder um sich. Verschiedene Altersstufen und das finde ich auch so schön. Da lernen sie halt auch schon wieder ganz viel was fürs Leben wichtig ist.

 

Keine Schule die wir besucht haben konnte uns so begeistern und unsere Schulvorstellung so widerspiegeln wie die Unico es getan hat.

 

Unser Sohn interessiert sich für wahnsinnig viel, hat aber noch einen ausgeprägten Trieb für das Spielen. Auch lange sitzen und zuhören wäre im Moment noch zu anstrengend für ihn. An der Unico hat er aber genau den Spielraum den er braucht und er kann Kindgerecht lernen.

 

Der Start war so viel schöner als wir uns das je erträumt haben. Bis zum Start im Sommer hat unser Sohn immer wieder gesagt er wolle nicht in den Kindergarten. Er wolle einfachnur zu Hause bleiben. Und es war auch nicht denkbar, dass er wirklich irgendwo länger bleibt. Hüten liess er sich nur von den Grosseltern und von Gotti und Götti. Spielgruppe ging keine einzige welche wir versucht haben. Dann kam der erste Tag an der Unico. Ich habe mit ihm ausgemacht, dass ich bis mittags dableiben werde. Genau das hat er dann auch eingefordert aber bereits am Mittag hat er mich ohne weiteres verabschiedet. Am nächsten Tag war es für ihn sogar schon okey nicht mehr mit rein zu gehen. Ich war total baff und habe mich wahnsinnig gefreut. Das ging ab da jeden Tag so und wenn ich ihn nachmittags abhole ist er immer gut drauf. Ich merke, dass es ihm gut geht. Bereits mitten in den Herbstferien hat er gefragt wie lange es denn jetzt noch gehe bis er wieder in den Kindergarten kann. Er hat sich so gefreut.

 

Was uns zusätzlich wahnsinnig viel Freude bereitet, ist zu sehen, dass er, seit er an der Unico ist, total ausgeglichen ist zu Hause. Es hat unseren ganzen Familienalltag wahnsinnig erleichtert. Alles wurde etwas ruhiger und auch ich bin wieder mehr in meinem Gleichgewicht und kann so wieder viel ruhiger reagieren.

 

Unser Sohn kann sich, wenn er dort ist, einklinken wo es ihm Spass macht und auch mal mit den grösseren Kindern etwas machen. Ich staune manchmal, wenn er zu Hause Dinge zusammenzählt und rechnet und ich merke, dass er das einfach so nebenbei gelernt hat. In der ersten Woche kam er nach Hause und hat mir gezeigt wie man Schach spielt. Er habe das jetzt in der Woche gelernt. Und ja, tatsächlich kann er das nach den richtigen Regeln spielen. Vieles lernt er einfach nebenbei wie auch zuvor zu Hause. Weiter oben habe ich erwähnt, dass wir unseren Kinder vertrauen sollen, denn sie lernen gerne und in ihrem Tempo. Eben dann, wenn das Kind ready ist dazu. Genau das war uns so wichtig für unsere Kinder und das war der ausschlaggebende Punkt, unsere Kinder in eine freie Schule zu schicken.

 

Was ich an der Unico auch sehr schätze ist die Soziokratie. Auch wenn es mir noch schwierig fällt, da es etwas total Neues ist für mich, finde ich diese Art von «Führung» extrem toll.

 

Und ja, klar ist es finanziell eine grosse Last für uns. Dennoch möchten wir nichts Anderes für unsere Kinder. Mein Mann und ich haben uns seit dem Start im Sommer bereits mehr als einmal gesagt, dass es jeden Rappen wert ist.

 

Wir sind von Herzen dankbar für das Aufbauen dieser Schule und das ganze Engagement! Es ist so wichtig, dass es mehr solche Schulen gibt. Freie, glückliche Kinder. Denn glückliche Kinder, werden glückliche Erwachsene. Und jedes glückliche Kind, macht unsere Welt ein Stück besser.

 

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